Kämpfer: „Das Geld müssen wir uns irgendwo zusammenklauben oder uns verschulden“

In einer Sonderbeilage der Kieler Nachrichten. Dabei erhalte die Gegner in Kiel eine Seite, es wird auch auf Kritik in Hamburg verwiesen. NOlympia Kiel wird mit keinem Wort erwähnt und wurde auch im Vorfeld der Ausgabe zu keinem Zeitpunkt kontaktiert. Besonders neutral erscheint das nicht und widerspricht somit journalistischer Sorgfaltspflicht. Als umfassende Darstellung der Olympia-Frage oder gar als Informationslektüre im Vorfeld des Bürgerentscheids taugt die 36-seitige Exta-Beilage wenig.

Wie schon im NDR 1-Interview wiederholt in dem Textinterview (Seite 5) Herr Kämpfer sein sehr laxes Gegenfinanzierungskonzept:

„Wir reden im Fall Kiel über Extra-Kosten für die Stadt in Höhe von 15-20 Millionen, die wir irgendwo zusammenklauben müssen – sei es durch eine höhere Verschuldung oder den Verzicht auf andere Projekte.“

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Mal davon abgesehen, dass das eigene Maximum (vor dem Bürgerentscheid) mit 41 Millionen beziffert wurde und Herr Kämpfer hier einfach alle Kosten abzieht, die er meint, dass Schilksee sie sowieso in den nächsten Jahren braucht (was zu diskutieren wäre): In einer Zeit, wo jede Bordsteinkantenabsenkung gegenfinanziert werden muss, ist diese Begründung weniger als nur dünn. Ein so großes Konzept umsetzen, ohne auch nur eine einzige Idee zu haben, wie man sich die Idee finanzieren kann oder einfach gerade heraus die Schulden zu erhöhen ist inakzeptabel. Und es klingt mehr danach, als wenn man weder genau gerechnet hätte noch wirklich eine Vorstellung davon hätte, was auf Kiel zukommt.

41 Millionen sind laut Drucksache möglich. Und eine Überschreitung bis zu 25% sind da auch noch mit drin. D.h. wir Bürger*innen genehmigen 51 Millionen €. Im weiteren Verlauf sind weitere Kostensteigerungen möglich. Und es wird einen „Point-of-no-Return“ geben. Wo der Bewerbungsprozeß so weit fortgeschritten sein wird, dass wir gar nicht mehr aussteigen können. Und die Vorgaben macht nicht die Stadt, sondern das IOC. Also haben wir die Situation, dass die Stadt dem IOC quasi einen Blankoscheck ausstellt. Was die Bürger*innen oder der OB dann gesagt haben, spielt dann gar keine Rolle mehr.

Ich empfehle dazu auch den Film „Von London lernen“, um sich darüber zu informieren, welche Versprechungen alles gebrochen werden können:

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#YouHadOneJob Kritischer Bürgerdialog in Hamburg gescheitert! #NOLYMPIA

Da ist dann auch nichts mehr zu retten. S.a. „Ist das nicht überzeugend, was hier gesagt wurde?“ Hamburg diskutiert die Spiele – eine Analyse. In dem Artikel wird die ganze Veranstaltung dokumentiert. Ich werde das Video auch von Youtube einbinden, sobald es dort auch verfügbar ist

Unter anderem kommt bei der Nachfrage, ob denn zum Referendum dann endlich Zahlen vorliegen des einzigen Kritikers von Olympia in der Runde heraus:

„Nein. Natürlich nicht….“

Soso, also am 29.11. in Hamburg definitiv der Blankoscheck.

Und man hat klar kommuniziert, dass es kein ernsthaftes Interesse an einer offenen Diskussion über Sinn und Unsinn der Olympischen Spiele in Hamburg gibt. Zudem wie sehr die Spiele gekauft sind und primäres Interesse einiger Großinvestoren vorherrscht. und damit dürfte klar sein, dass für die Mehrheit der Menschen in Kiel und Hamburg keine Vorteile bei herausspringen.

Die Veranstaltung hat offenbart, wie abgehoben die Planungen rund um die Austragung der Olympischen Spiele wirklich ist.