Zur Sicherheit der Olympischen Spiele #NOlympia #ParisAttacks

Es ist ein sensibles Thema. Nicht erst seit den Anschlägen in Paris. Es sollte nicht als Spielball dienen zwischen Gegnern und Befürwortern der Olympiabewerbung. Dennoch können die Sicherheitsaspekte nicht ganz aus der Diskussion herausgelassen werden. In der Debatte ergaben sich einige wichtige Fragen:

  • Wie kann es sein, dass Hamburg meint sehr viel weniger für Sicherheit ausgeben zu können als bei vergangenen Olympischen Spielen. Das ZDF schreibt: „Mit 461 Millionen Euro kalkuliert Hamburg deutlich weniger Geld für die Sicherheut ein, als die letzten Olympia-Gastgeber dafür aufwendeten. In London 2012 lagen die Sicherheitskosten bei 1,7 Milliarden Euro, bei den Spielen in Athen 2004 bei 1,5 Milliarden Euro und in Peking fielen 2008 drei Milliarden Euro für die Sicherheit an.“ – Hamburg müsste besser darlegen, wieso es da so große Unterschiede gibt. Dazu habe ich bisher nichts gefunden. Gerade mit der Ansage der am besten durchgerechnete Spiele „ever“ scheint das unvereinbar.
  • 2024 bedeutet natürlich Kaffeesatzleserei. Wir kennen nicht die globale Sicherheitssituation in so ferner Zukunft. Aber es scheint gemeinhin sicher anzunehmen, dass sich die Welt in 11 Jahren nicht sicherheitsmäßig so verbessert, dass sie kein nennenswerter Faktor sein wird. Spiele unter gefährlichen Bedingungen könnten eventuell zu riskant sein. Aber natürlich könnte das IOC auch noch 2023/2024 beschließen die Spiele nicht durchzuführen. Aber dennoch kann man dies als Faktor heute auch nicht außer acht lassen oder nicht darüber reden.

Allegemein gibt es nach den Terroranschlägen zwei gegensätzliche Positionen:

  1. Die ParisAttacks bedeuten, dass wir „jetzt erst Recht“ eine Olympiade durchführen muss, um den Terroristen etwas zu beweisen
  2. Die ParisAttacks zeigen die Verwundbarkeit des Westen und wir können uns eine Olympiade aus Sicherheitsgründen nicht mehr leisten.

Beide Extreme sind falsch. Man sollte nicht aufgrund einer Terrorattacke Pläne verwerfen und damit ein Erfolgssignal an Terroristen senden. Genau so wenig sollte man aber auch nicht aus Prinzip eine Veranstaltung durchführen. Zum einen wird 2015 im Jahr 2024 in der Erinnerung verblasst sein. Was bleibt ist die reale Situation, die Kosten und die Risiken.

Sicherheit muss ernsthaft abgewogen werden bei Großveranstaltungen. Das gilt sowohl im Sinne möglicher Massenpaniken als auch in Bezug auf Terrorattacken.

Das heißt die eigentlich Frage müsste lauten: Wieviel und welche Sicherheit braucht Olympia 2024, wollen wir uns das leisten, wollen wir die Atmosphäre, die sie bedeutet und wie sicher werden Besucher*innen und Sportler*innen dann sein? Wie gesagt ein Teil davon ist Kaffeesatzleserei, aber letztlich ist Sicherheit auch ein finanzieller Faktor, der realistisch mitkalkuliert werden muss. Wenn Hamburg mal so eben 1/4 der Kosten ansetzt wie andere Städte, so sollte das im Lichte des Wissens heute gut begründet werden. Wenn das nicht gut begründet werden kann, spricht dies jedenfalls unseres Erachtens nicht für diese Bewerbung. Wenn nach der Abstimmung die Kosten vervielfacht werden müssten, würde es das Olympiakonzept kippen und es müsste ggf. eine erneute Abstimmung stattfinden. Aus unserer Sicht erscheinen die Berechnungen nicht seriös, sondern gezielt kleingerechnet. Es könnten bei der teuersten Bewerbung aller Städte erhebliche Mehrkosten auf Hamburg und Schleswig-Holstein zukommen.

 

 

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